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Freitag, 28. September 2012

Papiergeld, Goethe und "El Präsidente"

Rede des Bundesbank-Präsidenten Dr. Jens Weidmann

Bundesbank-Präsident
Dr. Jens Weidmann
Anlässlich des 18. Kolloquiums des Instituts für bankhistorische Forschung am 18.09.2012 in Frankfurt am Main mit dem Motto Papiergeld - Staatsfinanzierung - Inflation. Traf Goethe ein Kernproblem der Geldpolitik? erklärte der Bundesbank-Präsident Dr. Jens Weidmann in seiner Begrüßungsrede:
"Heutiges Geld ist durch keinerlei Sachwerte mehr gedeckt. Banknoten sind bedrucktes Papier - die Kenner unter Ihnen wissen, dass es sich im Fall des Euros eigentlich um Baumwolle handelt."
Es ist bemerkenswert, wenn ein Zentralbankrat und noch dazu der Vorsitzende selbst öffentlich auf einige gewichtige Probleme des ungedeckten Papiergeldes hinweist.
Die volkswirtschaftliche Praxis des ungedeckten Papiergeldes ist nicht nur unmoralisch, sondern - auf lange Sicht - höchst destruktiv. Es ist die Ursache aller vergangener Wirtschafts- und in dessen Folge auch Gesellschaftskrisen, da ungedecktes Papiergeld die systemimmanente andauernde Inflationierung der Geldmenge beflügelt und zwangsläufig zu Fehlinvestitionen und somit zur ökonomischen Blasenbildung (ver)führt.

Dienstag, 17. April 2012

Der deutsche Schuldenberg

© Wolfgang Kumm/dpa 2011
Die deutsche Bundesregierung hat im Jahr 2010 im Namen des Steuerzahlers pro Minute 152.587 € an neuen Schulden aufgenommen - somit beläuft sich die Nettoneuverschuldung für 2010 insgesamt auf 80,2 Milliarden € (Quelle).
Die gesamten Staatsschulden Deutschlands im Jahr 2010 in Höhe von 2,02 Billionen € (Quelle, S.110) machten anteilig knapp 29 Prozent der kumulierten Schuldenlast aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union aus.

Heute beläuft sich Deutschlands Schuldenberg von Bund, Ländern und Kommunen (Stand 2011) auf 2,09 Billionen € (Quelle) und wächst derzeit (im Vergleich zu 2010 etwas schwächer) auf Basis der geplanten Nettoneuverschuldung für 2012 täglich um 88 Mio. €.

Somit ist jeder deutsche Bundesbürger - vom Baby bis zum Greis - statistisch und pro Kopf mit ca. 24.707 € (Quelle) an der Staatsverschuldung beteiligt. Im Jahre 1950 lag die Pro-Kopf-Staatsverschuldung noch bei 190 € (Quelle). Sie hat sich damit innerhalb der vergangenen 62 Jahre um mehr als das 130-fache erhöht.

In den aktuellen Zahlen nicht enthalten sind die eingegangenen (und mit größter Wahrscheinlichkeit voll zu leistenden) Verpflichtungen und garantierten Haftungen für den EFSF (211 Mrd. €), den ESM (190 Mrd. €), sowie die TARGET2-Salden (offene Forderungen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr ggü. Staaten im Eurosystem) der Deutschen Bundesbank (aktuell: 615 Mrd. €).

Samstag, 7. April 2012

Hyper Hyper! - Hyperinflation!

231 Mio.% Preissteigerung in Simbabwe

© whatishappeninginsouthafrica.blogspot.com
Alle Zeichen stehen auf Wachstum! Wachstum der Geldmenge wohlgemerkt. Bis zuletzt sorgten die zusätzlichen Milliarden für alternativlose "Rettungs"pakete für einen weiteren gehörigen Schluck aus der Pulle.

Wichtig: Die bestehenden Schulden der Krisenländer (z.B. Griechenland) werden mit den in Anspruch genommenen "Rettungsgeldern" des "Rettungsschirms" eben NETTO nicht abgebaut. Die jeweils fälligen Altschulden werden lediglich durch neue Schulden getilgt. - Wie raffiniert!

Freitag, 8. April 2011

Inflation vs. Deflation (Teil III)

(Hier geht's zu Teil I)
(Hier geht's zu Teil II)


Die drei Affen -
nichts hören, nichts sagen, nichts sehen
Wie genau und auf welchem Weg kann nun eine (stärker als die Wirtschaft) wachsende Geldmenge für steigende Preise an der Ladentheke sorgen?

Beispielsweise über den Weg der "Asset Price Inflation" oder auf deutsch: Vermögenspreisinflation.
Damit meint man den (derzeit rasanten) Anstieg der Preise für Finanzgüter. Das sind unter anderem Aktien, Rentenpapiere (z.B. Anleihen), Immobilien und Rohstoffe. Preissteigerungen der genannten assets werden in der offiziellen Preissteigerungsrate (wird fälschlicher weise als Inflationsrate bezeichnet) nicht erfasst, da diese ausschließlich Konsumgüter in ihrer Statistik berücksichtigt.

Freitag, 25. März 2011

Inflation vs. Deflation (Teil II)


Colonel Ben Shalom Bernanke  ;-)

Wie es gemeinhin zu Inflation kommen kann verrät schon der Wortursprung inflare
(von lat.: „das Sich-Aufblasen; das Auf-schwellen“): durch die Erhöhung der Geld-menge. Steigt in einem bestimmten Zeitraum die Geldmenge einer Volks-wirtschaft stärker als das Wirtschafts-wachstum der selben, dann sprechen wir von Inflation. Die Formel lautet:

               Veränderung der Geldmenge in % - Zu-/Abnahme BIP in % = Inflationsrate

Eine auf diesem Wege hergeleitete Inflationsrate von 10 % bedeutet, dass das bestehende Geld (welches bereits nicht werthaltig ist, siehe Aller Anfang ist gar nicht so schwer) um 10 % entwertet wird. Ein besonders anschauliches Beispiel liefert das Jahr 2007:

Dienstag, 22. März 2011

Inflation vs. Deflation (Teil I)

Vor einigen Monaten war dies noch die Frage der Fragen. Mittlerweile beobachten wir "alternativlose" und systemstützende, d.h. höchst inflationäre Maßnahmen extremen Ausmaßes. Man muss kein Prophet sein, um sich auszumalen, wo die systembedingte Inflation der Geldmenge enden wird.

Was ist eigentlich Inflation? So genau wird einem das mit der Inflation in der Schule, in der Tageszeitung oder im Fernsehprogramm ja nicht erklärt. Es ist auf jeden Fall immer ein ominöser Warenkorb mit von der Partie, mitdessen Hilfe eine Preissteigerungsrate (fälschlicherweise oft auch Inflationsrate genannt) ermittelt wird.